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Date: Jul 10, 2019

Der deutsche Immobilienboom hat „die Reichen reicher gemacht“

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Till Baldenius und Moritz Schularick von der Universität Bonn und Sebastian Kohl vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Studie zu den Auswirkungen des Immobilienbooms der vergangenen Jahre auf die Vermögensverteilung in Deutschland veröffentlicht.

ImmobilienboomDie in zahlreichen Medien (Spiegel Online, FAZ, Stern, SZ, und weitere) zitierte Studie mit dem Titel „die neue Wohnungsfrage: Gewinner und Verlierer des deutschen Immobilienbooms“ zeigt, dass die steigenden Hauspreise in den letzten Jahren zu einem Vermögenszuwachs vor allem bei den 10% reichsten Deutschen geführt hat. Ein Grund dafür ist, dass in Deutschland die meisten Menschen zur Miete wohnen und kein Hauseigentum besitzen. Die Folge ist, dass eine vermögenstarke Minderheit von dem Boom profitiert und die Mehrheit unter steigenden Mietpreisen vor allem in den Innenstädten leidet. Hinzukommt, dass in Deutschland insgesamt zu wenig Wohnraum vorhanden ist. Die Wissenschaftler sehen dafür auch die öffentliche Hand in der Verantwortung, die es verpasst hat, die günstigen Finanzierungsbedingungen an den Kapitalmärkten im letzten Jahrzehnt für höhere Investitionen im Wohnungsbau auszunutzen.

Insgesamt haben die deutschen Hauseigentümer zwischen 2011 und 2018 durch die Preissteigerungen Gewinne von bis zu 3,3 Billionen Euro (inflationsbereinigt 2,8 Millionen Euro) erzielt. Städtische Mieterhaushalte mit geringem Einkommen sind die großen Verlierer des Booms, da durch die Aufwertung einkommensschwacher Vierteln, die Mieten stark gestiegen sind.
Schularick, Kohl und Baldenius schätzen, dass im Jahr 2030 knapp eine Million Wohnungen fehlen werden, davon allein 340.000 in den sieben größten Städten. Sie erwarten daher, dass das soziale Konfliktpotential der Wohnungsfrage weiter zunehmen wird und ein zentrales sozialpolitisches Thema über das gesamte politische Spektrum und alle Bundesländer hinweg sein wird.

Zur Original Studie: „Die neue Wohnungsfrage“, Till Baldenius, Sebastian Kohl & Moritz Schularick

 


 

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