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Datum: 05.09.2018

Hochrangige Preise und Ehrungen für Bonner Wirtschaftswissenschaftler

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Gleich mehrere Ehrungen erhielten Bonner Wirtschaftswissenschaftler im Rahmen der derzeit in Freiburg stattfindenden Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS): Prof. Dr. Isabel Schnabel nahm heute als erste Frau überhaupt den Gustav-Stolper-Preis entgegen.Prof. Dr. Moritz Schularick erhielt den Hermann-Heinrich-Gossen-Preis 2018. Der Nachwuchsforscher Christopher Roth vom Institute on Behaviour & Inequality erhielt den Reinhard Selten-Preis. Prof. Dr. Benny Moldevanu vom Institut für Mikroökonomik der Universität Bonn hielt im Rahmen der Tagung die Thünen-Vorlesung 2018.

Isabel Schnabel erhält den Gustav-Stolper-Preis

Mit dem Gustav-Stolper-Preis ehrt der Verein für Socialpolitik hervorragende Wissenschaftler, die mit Erkenntnissen wirtschaftswissenschaftlicher Forschung die öffentliche Diskussion über wirtschaftliche Zusammenhänge und Probleme beeinflusst und wichtige Beiträge zum Verständnis und zur Lösung ökonomischer Probleme im internationalen Vergleich geleistet haben. Benannt ist der Preis nach dem Volkswirt Gustav Stolper (1888 – 1947).

Schnabel.jpgDie Ökonomin Isabel Schnabel ist Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und darüber hinaus in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien aktiv. Ihre Expertise in der Finanzmarktökonomie bringt sie über Gutachten, Blogbeiträge, Zeitungsartikel und Twitter-Nachrichten in die Öffentlichkeit ein, insbesondere zu aktuellen Themen im Bereich der Bankenregulierung und Finanzstabilität. Sie gehört zur Gruppe von 14 deutschen und französischen Ökonomen, die vielbeachtete Vorschläge zur Reform der Architektur des Euroraums vorgelegt haben.

Isabel Schnabel ist Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität Bonn sowie Forschungsprofessorin am Centre for Economic Policy Research (CEPR) und am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bankenregulierung und Finanzkrisen, die sie auch aus der wirtschaftshistorischen Perspektive analysiert. Isabel Schnabel wurde im Jahr 2003 über den Zusammenhang von makroökonomischen Risiken und Finanzkrisen an der Universität Mannheim promoviert.

Gossen-Preis für Moritz Schularick

Schularick (klein).jpgMoritz Schularick ist Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn. Gegenwärtig ist er Forschungsprofessor an der New York University. Zuvor lehrte er an der University of Cambridge und der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2016 hatte er den deutsch-französischen Alfred-Grosser-Lehrstuhl an SciencesPo (Paris) inne. Moritz Schularick wurde an der Freien Universität Berlin im Fach Volkswirtschaftslehre promoviert und hat in Berlin, Paris und London studiert. Er wurde 2018 zum ordentlichen Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

In der Würdigung des VfS für den frischgebackenen Gossen-Preisträger heißt es: „Moritz Schularick hat wegweisende Forschungen im Bereich der empirischen Makroökonomik und der Wirtschaftsgeschichte geleistet. Seine langfristigen Untersuchungen zu Finanzmärkten und Immobilienmärkten tragen zu einem tieferen Verständnis der Ursachen und Intensität von Finanzkrisen bei.“ Insbesondere Schularicks Arbeit „Credit Booms Gone Bust: Monetary Policy, Leverage Cycles, and Financial Crises, 1870-2008“, die er 2012 gemeinsam mit Alan Taylor veröffentlicht hat, hob der Verein hervor. Das Paper gehört im Fach zu den meistzitierten Veröffentlichungen des letzten Jahrzehnts. Auch seine Arbeiten zu Vermögenspreisen, Verschuldung und Ungleichheit sowie zur langfristigen Entwicklung des Eigenkapitals von Banken haben international große Aufmerksamkeit gefunden.

Reinhard Selten-Preis für Bonner Nachwuchsforscher

Im Rahmen seiner Jahrestagung vergibt der Verein für Socialpolitik jährlich auch den mit 3.000 Euro dotierten Reinhard Selten-Preis, einen „Young Author Best Paper Award“ für Papiere, die sich insbesondere durch Originalität, Bedeutung der Fragestellung und saubere Methodik auszeichnen.

Mit dem Reinhard Selten-Preis 2018 wurden Christopher Roth und Johannes Wohlfart ausgezeichnet. Christopher Roth ist am Bonner Institute on Behaviour & Inequality (briq) tätig, das eng mit der Universität Bonn verbunden ist. Benannt ist der Preis nach dem Bonner Professor und Nobelpreisträger für Ökonomie, Reinhard Selten (1930 - 2016), der 1994 für seine Arbeiten im Bereich der Spieltheorie ausgezeichnet wurde.

In ihrer prämierten Arbeit untersuchten die beiden Preisträger, welche Rolle Erwartungen über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für die Einschätzung einzelner Akteure über ihre individuellen Zukunftsaussichten einerseits und ihr Konsum- und Anlageverhalten andererseits spielen. Im Mittelpunkt der Analyse stand eine Onlinebefragung, bei der ein zufällig ausgewählter Teil der Befragten mit negativen Prognosen über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung konfrontiert wurden. Die Autoren dokumentierten sorgfältig, wie sich dadurch die Erwartungen und das Entscheidungsverhalten der Befragten änderten. „Die Arbeit greift eine fundmentale Frage auf und besticht in der Durchführung durch das originelle und zielführende experimentelle Design, die weiterführenden Analysen, und eine ausgezeichnete sprachliche Darstellung“, heißt es in der Würdigung durch den VfS.

Benny Moldovanu hält die Thünen-Vorlesung 2018

Benny Moldovanu hat auf der Jahrestagung 2018 die Johann-Heinrich-von-Thünen-Vorlesung zum Thema „Voting in the Bundestag and in the Weimar republic: Consience or Strategy?“ gehalten. Mit einer Einladung zum Halten der Thünen-Vorlesung werden außergewöhnlich verdiente Mitglieder des Vereins für Socialpolitik und Personen geehrt, die sich für die Wirtschaftswissenschaften verdient gemacht haben. Das Thema des Vortrags wird durch den Vortragenden bestimmt.

Professor Moldovanu gilt als internationale Kapazität auf dem Gebiet des „Mechanism Design“. Darin geht es um die Kunst, die Regeln von Institutionen (z.B. Handelsplattformen, Wahlsysteme, Steuersysteme) so zu gestalten, dass sie zu den gewünschten Ergebnissen führen. Nach seinem Mathematik- und Ökonomie-Studium in Jerusalem promovierte Moldovanu an der Universität Bonn bei Reinhard Selten. 1995 übernahm er eine Professur an der Universität Mannheim, bevor er 2002 wieder nach Bonn wechselte.

Pressemitteilung der Universität Bonn

Shanghai-Ranking: Bonner Ökonomie in Deutschland auf dem 1. Platz

Im jetzt veröffentlichten Shanghai-Hochschulranking nach Fächern belegen die Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn weltweit Platz 35 und erreichen damit erneut die beste Platzierung in Deutschland in diesem Fach. Auch im Shanghai Fächer-Ranking 2017 war der Fachbereich in Deutschland an erster Stelle. Gemeinsam mit dem Bonner Fachbereich Mathematik, der weltweit Platz 36 erreicht, sind die beiden Fächer die einzigen deutschen Vertreter unter den TOP 50.

Universität Bonn unter deutschen TOP 7

Im Gesamt-Hochschulranking gehört die Universität Bonn zu den sieben besten Hochschulen in Deutschland und zu den TOP 150 in der Welt. Nur sieben deutsche Unis schafften es überhaupt in die TOP 150, in der Bonn als einzige nordrhein-westfälische Hochschule vertreten ist. Im deutschlandweiten Vergleich teilt sich die Universität Bonn mit den Universitäten Frankfurt und Freiburg den fünften bis siebten Rang.

Das „Shanghai-Ranking“ der chinesischen Jiaotong-Universität in Shanghai, das seit 2003 erscheint, bewertet Hochschulen auf der Basis verschiedener Indikatoren, wobei der Schwerpunkt der in der Forschung liegt. Berücksichtigt werden unter anderem wissenschaftliche Publikationen und Zitierungen, Nobelpreise und die Fields-Medaille in der Mathematik.

 

Der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, freut sich über die gute Bewertung aus Shanghai, die einem langjährigen Trend folgt: „Die Universität Bonn gehört im 200. Jahr ihres Bestehens als international vernetzte Forschungsuniversität zu den leistungsfähigsten Hochschulen in Deutschland und weltweit. Es freut mich außerordentlich, dass die herausragenden Leistungen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem veröffentlichten Ranking einmal mehr weltweite Beachtung finden und zu diesem großartigen Ergebnis führen.“

Pressemitteilung der Universität Bonn

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