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Date: Jul 14, 2021

Moritz Schularick veröffentlicht Buch über das staatliche Krisenmanagement in der Pandemie

Wie soll ein Staat, der es nicht schafft, Lüfter in die Klassenzimmer seiner Schulen einzubauen, im kommenden Jahrzehnt den komplexen ökologischen Umbau der Wirtschaft steuern? Diese Frage stellt Moritz Schularick in : "Der entzauberte Staat - Was Deutschland aus der Pandemie lernen muss".

Am 15.07.2021 erscheint "Der entzauberte Staat" von Moritz Schularick im C.H. Beck Verlag. Im Rahmen einer ökonomischen Analyse des staatlichen Handelns in der Pandemie zeigt der Professor des Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn die Defizite im Management der Krise auf und beschreibt, was sich ändern muss, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wollen. Er sieht die Lösung in einen vorausschauenden, risikobereiten und handlungsstarken Staat, der die richtigen Anreize setzt und in neuen Situationen flexibel reagieren kann.

"Im Frühjahr 2020 schien Deutschland die Pandemie vorbildlich zu bewältigen. Doch ein Jahr später war von der Selbstzufriedenheit nicht mehr viel übrig. Die Defizite in der Leistungsfähigkeit des Staates waren nicht mehr zu leugnen. Die Politik stolperte durch die Krise und verlor sich in Detailregelungen, als es darauf ankam, eine Strategie für das Land zu entwickeln und die alles entscheidende Impfstoffproduktion zu beschleunigen. Sie scheute das Risiko, obwohl Abwarten und Zögern letztlich das viel riskantere Vorgehen war. Schaut man genauer hin, so zeigten sich ähnliche Probleme bereits in vorherigen Krisen, etwa der globalen Finanzkrise und der Eurokrise. Deutschland tut sich schwer, wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, für die es kein Regelbuch gibt.
Es droht die Gefahr, dass Europa im Vergleich zu China und den USA erneut zum Krisenverlierer wird. Doch das ist nicht das einzige Problem. Denn die Pandemie war auch ein Probelauf für die Herausforderungen, die im nächsten Jahrzehnt beim Klimawandel auf uns zukommen. Wir brauchen in Zukunft einen leistungsfähigeren Staat, mehr Pragmatismus und auch das Selbstvertrauen, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Denn in einer sich rasch ändernden Welt gehen wir nicht auf Nummer sicher, wenn wir so weitermachen wie bisher, sondern indem wir besser darin werden, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagiere
n."

Moritz Schularick ist Professor für Makroökonomie am am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und forscht zu den Themen Macrofinance, International Economics und Wirtschaftsgeschichte. Er ist Direktor des MacroFinance Lab und Principal Investigator im Exzellenzcluster ECONtribute. Zur Zeit ist er beurlaubt für die Federal Reserve Bank of New York.

 

Kontakt:

Moritz Schularick

Professor of Economics
University of Bonn

schularick@uni-bonn.de
 

 

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