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Date: Jul 18, 2019

Professorin Isabel Schnabel erklärt die Empfehlungen des Sachverständigenrats für einen „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“

Der Sachverständigenrat hat der Bundesregierung am 12. Juli 2019 sein Sondergutachten „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“ überreicht. Im Interview mit dem General Anzeiger Bonn erklärt Isabel Schnabel, Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität Bonn und Wirtschaftsweise, die wichtigsten Empfehlungen des Sachverständigenrats.

Der Sachverständigenrat spricht sich in dem Gutachten für eine Neuausrichtung der Klimapolitik aus. Zentrales Element dieser neuen Klimapolitik sollte ein CO₂-Preis sein, um die Klimaziele bis 2030 noch erreichen zu können.


Bis spätestens 2030 sollte der europäische Emissionshandel (EU-ETS) in allen Mitgliedstaaten auf die Sektoren Verkehr und Gebäude ausgeweitet werden, die bisher nicht im EU-ETS erfasst sind. Für die Bepreisung schlägt der Sachverständigenrat grundsätzlich zwei Ansätze vor: ein vorübergehend separates Emissionshandelssystem oder eine CO₂-Steuer.

Mittelfristig, so Isabel Schnabel, sei der Emissionshandel die beste Lösung. Dabei wird die Gesamtmenge des erlaubten CO₂-Ausstoßes politisch festgelegt und die Verschmutzungsrechte können gehandelt werden. So wird dort CO2 eingespart, wo es am effizientesten ist. Der Emissionshandel ist aber auch politisch am schwierigsten umzusetzen, weil die Zustimmung aller beteiligten Länder notwendig ist.

Eine schneller umsetzbare Lösung ist eine CO₂-Steuer. Deren Wirkung ist allerdings schlechter nachvollziehbar und die Preiserhöhung trifft ärmere Haushalte stärker. Isabel Schnabel hält daher einen Sozialausgleich für unverzichtbar, um die politische Akzeptanz für eine Steuer zu erhöhen. Ein Teil der Einnahmen der CO₂-Steuer sollte als Sozialausgleich pro Kopf zurückgezahlt werden und damit ein Anreiz geschaffen werden, möglichst wenig zu verbrauchen. Der übrige Teil der Einnahmen sollte in Maßnahmen für den Klimaschutz investiert werden wie zum Beispiel in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und vor allem auch in Investitionen in klimafreundliche Technologien. Diese Technologien können dann auch in anderen Teilen der Welt zum Klimaschutz beitragen.

Das gesamte Interview: Das sagt die Bonner Wirtschaftsweise zur CO₂ Steuer

Kontakt:
Prof. Dr. Isabel Schnabel
Tel.: +49 (0) 228 73-9202
E-Mail:
isabel.schnabel@uni-bonn.de
Office:
ifs@uni-bonn.de

 

 

 

 

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